Ein ganz besonderes bzw. für mich DAS Radsportereignis 2026 startete letzten Sonnabend und hat mich die letzten 4 Tage in Bewegung gehalten. Diesmal wollte ich die 1200-km-Grenze knacken.
Sehr zu meiner Freude hatte ARA Dresden dieses Jahr solch einen Radmarathon eingeplant und da dieser ja quasi vor der Haustür startet, gab es keine Ausreden. Der Brevet mit dem Namen ‚Vltava‘ hatte zudem ein besonderes Highlight zu bieten (wofür die Brevets von Björn berühmt und berüchtigt sind), nämlich stolze 18 000 Höhenmeter.

Für mich eine ganz neue Herausforderung mit vielen Unbekannten (mein bisheriges Maximum lag bei 1000km/10000m), starteten 11 Männer und zwei Frauen am Samstag Punkt 8:00 nach einem gemeinsamen Frühstück in Heidenau.
Für alle, die das Konzept Brevet nicht kennen: Die Strecke ist vorgegeben und muss digital über Checkpoints nachgewiesen werden. Jeder organisiert und versorgt sich selbst. Man sieht sich dann wieder im Ziel … oder auch nicht, denn die Ankunft zieht sich ja über 4 Tage doch zeitlich sehr auseinander. Aber man trifft einige der Mitstreiter doch immer wieder unterwegs und kann auch digital verfolgen, wer wann durch welchen Checkpoint durchgekommen ist. Ziel ist das Ankommen im vorgegebenen Zeitlimit.

Eine große Herausforderung waren die hohen Temperaturen der letzten Tage. Für mich hieß das, auch die Nächte voll auszunutzen. Das Schlafamagement war sowieso für mich ein spannendes Thema, da ich hier noch wenig Erfahrung hatte. Beim letzten mal hatte ich mit Powernaps gute Erfahrung gemacht … also bin ich diesmal ohne Schlafsack und Matte gestartet. Im Prinzip ging die Rechnung auf. Am zweiten Tag habe ich Nachmittags für 4h ein Zimmer genommen, geduscht und geschlafen. Aber ansonsten gab es, immer wenn es Anzeichen für Müdigkeit gab, einen Powernap bei nächster Gelegenheit (irgendeine Bank, meist Haltestelle oder Park). Also jedes mal, 20 min Kurzschlaf mit erstaunlicher Wirkung. Ansonsten habe ich viel mit Cola und Kaffee gearbeitet, das übliche Mittel auf solchen Touren. Trotzdem werde ich wohl die nächste lange Tour wieder mit Schlafsack antreten – mal drei/vier Stunden am Stück zu schlafen ist auch nicht übel.

Insgesamt war ich 104 Stunden unterwegs. 1262 km sind es bei mir geworden (hatte einen Checkpoint verpasst und musste an einer Stelle deswegen ein paar extra Kilometer einlegen). Stolze 18230 Höhenmeter zeigte mein Tacho an. Von den 104 Stunden waren 77 reine Fahrtzeit. Durchschnittlich war ich mit 16.38 km/h unterwegs, was für diese bergige Strecke normal ist.
Insgesamt war es ein tolles Erlebnis mit vielfältigen Herausforderungen. Alles in allem waren die Bedingungen super, kein Regen, warme Nächte (aber heiße Tage), keine Reparaturen, eine tolle ruhige Strecke durch Tschechien, eine ausgesprochen gut funktionierte Brevet-App. Bin stolz, es geschafft zu haben, von den 13 Startern sind diesmal nur 7 angekommen.
Schauen wir mal, was nächstes Jahr so angeboten wird, macht auf jeden Fall Lust auf mehr …



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